Rezension HTC HD7

Albert Einstein schrieb, dass die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten. Es schien wie eine Ewigkeit, dass Windows Mobile der Inbegriff des Wahnsinns war, und Microsoft war wahnsinnig. Der Gigant mit Sitz in Redmond verschloss sich Veränderungen, solange es nur ging, und redete sich selbst ein, dass die Benutzer auf magische Art und Weise wieder auftauchen und das nicht-intuitive Chaos begrüßen würden, das Windows Mobile 5 war… und dann 6… und dann 6.5.
Nach Jahren harter Elektroschocktherapie von Journalisten, Bloggern und Enthusiasten ist Microsoft endlich dazu bereit, aus dem Asyl zurückzukehren.
Microsofts neues OS ist nicht nur eine riesige Abweichung von Windows Mobile, es ist eine komplette Überarbeitung. Das Unternehmen ist buchstäblich an das Reißbrett zurückgekehrt und hat ein neues, modernes Betriebssystem aus dem Boden gestampft. Das Ergebnis ist „Windows Phone 7“ – ein Name mit 13 Buchstaben und einem einzigen Ziel: Microsoft zurück ins Spiel zu bringen.
WP7 startete am 8. November in den USA und mit ihm eine Handvoll Geräte. Microsofts strenge Hardware-Anforderungen reduzieren Handsets in vielerlei Hinsicht auf Geräte für das OS, daher habe ich mich dazu entschieden, das Handset zu rezensieren, das es geschafft hat, mich am meisten zu beeindrucken: das HTC HD7.
AUSSEN
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HTC hat sich selbst eine neue Nische erschaffen mit seinen übergroßen Smartphones, und um ehrlich zu sein, überrascht mich das ein wenig. Das sollte es natürlich nicht. Zumindest hier in den USA gilt das Motto größer ist besser.
Es begann alles mit dem massiven EVO 4G – ein Handy, das alle Android Handsets wie Zwerge aussehen ließ. Es war nicht das erste extragroße Handy, aber es war das erste, das die Massen begeisterte. Das EVO war groß, breit, dick und schwer, mit einem 4,3-Zoll Display und allen erdenklichen drahtlosen Radios vollgestopft. Jedes nachfolgende 4,3-Zoll Angebot war schlanker und leichter und jetzt haben wir das HD7.
Laut dem Markforschungsunternehmen NPD Group sind große Smartphones zur Zeit ziemlich beliebt. Tatsächlich fand sich das EVO 4G auf der Top 5 der NPD Group der meistverkauften Smartphones sowohl für das zweite als auch für das dritte Quartal 2010.
Natürlich läuft alles auf Geschmack und Vorliebe hinaus – und ich bin immer noch nicht überzeugt. Wenn das Display auf dem HD7 im Bereich 3,8-Zoll bis 4-Zoll wäre und die Hardware entsprechend reduziert, würde ich es lieben. Aber so wie es jetzt dasteht, ist es zu groß. Ich kann das HD7 nicht bequem mit einer Hand bedienen und das kann manchmal ganz schön wichtig sein. So ist es zum Beispiel sehr schwierig, das Gerät in der rechten Hand zu halten und die Back Taste anzutippen. Ich habe das Handy sogar ein oder zwei Mal fallen gelassen, während ich dieses eigentlich sehr einfache Manöver durchführen wollte. Mit einer Hand eine Seite zurückzugehen ist nichts Außergewöhnliches mit einem normalen Handy, aber mit diesem überdimensionierten Biest ist das anders.
Ansonsten bin ich bezüglich der Bauteile nur mit der Batterieabdeckung und den seitlichen Tasten nicht zufrieden.
Die Batterieabdeckung des HD7 ist fast papierdünn und blättert buchstäblich ab, wenn man sie entfernt. Ich habe sie einmal abgenommen, um mir die Batterie anzusehen und jetzt sitzen die oberen Ecken der Abdeckung nicht mehr bündig an der Rückseite des Handys. Ich habe versucht, sie wieder anzudrücken und sogar Handy und die Batterieabdeckung vor lauter Frustration mit brutaler Gewalt zusammengedrückt. Trotzdem kein Glück. Vielleicht sollte die Batterieabdeckung aus einem festeren Material gefertigt werden oder vielleicht müssen die Clips, die sie an Ort und Stelle halten geändert werden. Was auch immer es ist, ich sollte mit einem brandneuen Handy nicht solche Passform-Probleme haben.
Bezüglich der seitlichen Tasten läuft es einfach auf schlechte Ausführung hinaus. Entlang der Außenseiten des HD7 sind drei Tasten angebracht. Eine Taste, die für die Kamera bestimmt ist, und ein Lautstärkeregler befinden sich auf der rechten Seite und eine Power/Sleep/Wake Taste an der Oberseite. Die Kamera-Taste ist in Ordnung – die anderen beiden sind es nicht. Bei dem Lautstärkeregler ist das Problem die mangelhafte Einpassung, die Taste ist so locker, dass sie herumwackelt, während man das Handy bedient. Die Power-Taste ist hingegen perfekt eingepasst, zeigt aber keine Reaktion. Bis der Bildschirm anschaltet, kann ich nicht sagen, ob ich sie gedrückt habe oder nicht.
Mein Problem mit der Power-Taste ist natürlich relativ trivial, aber der Lautstärkeregler ist wirklich ein großes Ärgernis. Hoffentlich existiert das Problem nur bei einer kleinen Anzahl an Geräten und nicht bei einer kompletten Serie.
Oben genannte Bedenken beiseitegelassen ist das HD7 ein tolles Handy. Die Batterielaufzeit ist für ein Smartphone durchschnittlich – die meisten Verwender werden wahrscheinlich ca. einen Tag Einsatzzeit pro Aufladung bekommen, aber Nutzer mit sehr hohem Stromverbrauch werden eventuell Probleme haben, dass das Handy bis zum Abend durchhält. Das Design ist großartig, finde ich. Ich liebe die zueinanderpassenden Metallgewebe-Abdeckungen für den Ohrlautsprecher über dem Display und dem Mikrofon darunter. Sowohl der Lautsprecher als auch das Mikrofon funktionieren bei Gesprächen übrigens ausgezeichnet und Anrufe kommen laut und deutlich über das Netz von T-Mobile.
Es ist auch sehr solide und stabil gebaut. Die Rückseite hat eine glatte gummiartige Struktur, die sich sehr gut in der Hand anfühlt und die Seiten sind aus starkem hartem Plastik, welches den massiven Rahmen des Handys gut hält. An der Rückseite gibt es außerdem einen Ständer aus Aluminium, der für die Verwender praktisch sein wird, die Videos auf dem Gerät ansehen möchten, während das Gerät steht. Ich habe diesen Ständer noch kein einziges Mal verwendet und ich bezweifle, dass ich ihn je verwenden werde.
INNEN
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Das HTC HD7 läuft mit Microsofts neuem Windows Phone 7 OS, was bedeutet, dass das Innenleben fast das gleiche ist wie bei jedem anderen WP7 Handset. Da das OS so neu ist, könnte ich mich ziemlich leicht dazu verleiten lassen, jedes kleinste Detail des OS abzudecken. Ich werde es jedoch allgemein halten und mich etwas weiter fassen, anstatt mich auf jedes kleine Detail zu konzentrieren.
Das erste, was man anmerken sollte, ist, dass Windows Phone 7 auf dem derzeitigen Stand alles andere als eine traditionelle Smartphone OS ist. Es geht eher in Richtung der iPhone Version 1 als iOS Version 4.
Wie die erste Version der iPhone Plattform, so zeigt auch Windows Phone 7 von Anfang an Anzeichen von Größe. Und genau wie die Version 1 von Apples mobiler OS, ist Windows 7 sehr unvollständig. Kernfunktionalität fehlt; wesentliche Apps und Dienste sind nicht zu finden; wichtige Funktionen fehlen. Ich werde in meinem Fazit hierauf zurückkommen.
Microsofts neues Interface ist wunderbar minimal, besteht hauptsächlich aus nur zwei einfachen Screens. Der erste ist eine endlose Kette an Tiles, zwei Spalten breit, die jeweils eine App repräsentieren, einen Shortcut, einen Kontakt oder einen „Hub“. Das ist der Home-Screen. Navigieren Sie nach links und Sie finden eine einzelne Spalte, die alle Apps auf dem Gerät enthält. Das ist alles.
Ein vorherrschendes Konzept des OS ist Schlichtheit. Auf dem Home Screen ist beispielsweise die einzige Information, die oben auf dem Display angezeigt wird die Zeit. Signalstärke, Information zur Netzwerkverbindung, Batterielebensdauer und andere übliche Details sind alle versteckt – und ich liebe das. Warum benötigt der Verwender diese Informationen, solange sie nicht wichtig sind? Ich muss nicht wissen, wie gut meine Signalstärke ist, solange sie nicht niedrig ist. Ich muss nicht wissen, dass ich über Wi-Fi oder 3G verbunden sind, solange es keine Verbindungsprobleme gibt. Ich muss nicht wissen, wie viel Batterielaufzeit ich noch habe, solange die Batterie nicht kurz davor ist, den Geist aufzugeben.
Das Einzige, wofür diese Philosophie nicht gilt, ist die Anzeige von Nachrichten. Wenn ich zum Beispiel eine ungelesene SMS habe, dann wird dies mit einem Icon auf meinem Lock Screen angezeigt. Sobald das HD7 entsperrt wird, ist jedoch das einzige Zeichen für die ungelesene SMS eine Anzeige im Nachrichtenbereich. Ich würde es bevorzugen eine sichtbare Erinnerung auf jedem Screen zu haben.
Bezüglich HTC-spezifischer Anpassung gibt es nicht viel zu sagen. In der Anstrengung, das WP7-Erlebnis einheitlich und optimal zu gestalten beschränkt Microsoft die Hersteller sehr. Das Unternehmen hat im Grunde ein Szenario erschaffen, wo es mehr Apple (alles kontrollieren) ist als Google (den Herstellern fast vollständige Freiheit geben), hat aber den Luxus von Vielfalt und Marketing, da Partnerunternehmen die Hardware bauen. Manche würden sagen, das ist die beste Kombination.
Abgesehen von einigen wenigen verfügbaren Apps, inklusive eines Fotoeffekt-Tools, einer Taschenlampe und einer Börsen App gibt es auf dem HD7 wenige Belege für HTC in der Software. Tatsächlich ist der „HTC Hub“ die einzige wirkliche Erinnerung daran, dass HTC dieses Handy tatsächlich gebaut hat. Der HTC Hub ist der Versuch des Unternehmens, ein Sense-ähnliches Erlebnis in einer eigenständigen App auf das Windows Phone zu bringen. Im Grunde öffnet der Benutzer den Hub und erhält einen alternativen Home Screen, der an die Sense UI auf den Android Geräten erinnert. Innerhalb des Hubs können Benutzer durch alternative Menüs browsen und auch andere Apps starten.
Lassen Sie es zunächst außer Acht, auch wenn das Konzept recht faszinierend ist. Es frisst Batterielaufzeit, gewährt Ihnen keinen Zugang zu Ihren E-Mails und anderen wichtigen Apps und es macht einige der überzeugendsten Windows Phone 7 Features zunichte. Einige zukünftige Versionen des HTC Custom Hub werden vielleicht zweckmäßig sein, aber diese Version ist ein Blindgänger.







